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Entwicklung des Landschaftsschutzpark Isar-Solln

Am 27.10.2021 wurde vom Stadtrat der LHM beschlossen, besagtes Gebiet als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Dies ist jedoch nur der erste Schritt, dieses wertvolle Grün für Mensch und Natur zu sichern. Mindestens genauso wichtig ist infolgedessen dessen die konsequente Weiterentwicklung zu einem für alle zugänglichen Landschaftsschutzpark. Vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Klimawandels, steigender Umweltbelastungen, mangelnder Umweltgerechtigkeit und fortschreitender Entfremdung der aufwachsenden Generationen von Naturerfahrungen, wird es immer schwieriger, gute Lebensbedingungen in München zu sichern. Eine nachhaltige, klimasomatisch und ökologisch verträgliche Stadtentwicklung ist dafür unabdingbar und verlangt neue Gestaltungen und Nutzungsformen. Wir die Ü60-aktiv schlagen vor, dort einen "Urbanen Waldgarten" zu realisieren. Ein Waldgarten besteht aus vorwiegend essbaren Pflanzen, die sich in mehreren Vegetationsschichten teilweise überlappen ganz ähnlich der Struktur von Wäldern. Diese Schichten bestehen aus Obst- und Nussbäumen, Beerensträuchern sowie Gemüse und Kräutern die langfristig miteinander angebaut und geerntet werden können. Im Gegensatz zu Schrebergärten sollen urbane Waldgärten einen dauerhaften waldartigen Vegetationsbestand aufbauen. Mit zunehmendem Alter werden Waldgärten naturnäher und multifunktionaler. Das bedeutet: neben der langfristigen Verbesserung eines Standortes hinsichtlich ökologischer Funktionen, dienen Waldgärten der innerstädtischen Klimaanpassung und bieten die Chance langfristige Gemeinschaftsstrukturen zu entwickeln und die Lebensqualität entscheidend zu verbessern. Wir die Ü60-aktiv leisten dazu gerne unseren Beitrag.

Rückmeldung: 

Antwort der Verwaltung

Guten Tag Gast,

haben Sie vielen Dank für Ihren Beitrag. Wir freuen uns sehr, dass Sie sich mit dem STEP2040 beschäftigt haben.

Das Gelände „Landschaftspark Isar-Solln“ ist Teil des sogenannten Grünzugs H Isartal-Thalkirchen-Siemenspark. Die Landeshauptstadt München sichert innerhalb des Grünzugs Flächen und baut sie weiterhin aus. Mittlerweile ist das Areal sogar einstweilig als Landschaftsschutzgebiet sichergestellt. Derzeit läuft hierzu das förmliche Inschutznahmeverfahren, so dass es vorbehaltlich einer entsprechenden Beschlussfassung durch den Stadtrat nach Abschluss des Verfahrens künftig auch dauerhaft einem besonderen Schutz unterstehen wird.

Mit dem Erwerb des Siemenssportparks – ebenfalls Bestandteil des Grünzugs und als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen – hat die Landeshauptstadt München weitere Flächen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Siemenssportpark spielt der Naturschutz eine wichtige Rolle, aber auch Freizeit und Erholung werden berücksichtigt.

Die Konzeption Freiraum München 2030, die Freiraumstrategie der Landeshauptstadt, sagt aus, dass Grün- und Freiflächen im Stadtgebiet zu beispielsweise Landschaftsparks oder sogenannten Parkmeilen miteinander verbunden und vernetzt werden sollen – und das von der Innenstadt bis in den Grüngürtel am Stadtrand. Ziele sind ein durchgehendes grünes Wegenetz, eine hohe Aufenthaltsqualität und abwechslungsreiche Landschaften, die auch der Erholung dienen, sowie naturschutzfachliche Aufwertungen.

Die Landeshauptstadt München will langfristig eine Masterplanung für den „Landschaftspark Isar-Solln“ erarbeiten. Damit soll das Areal noch besser entwickelt und als Grünfläche gesichert werden. Ziel ist es, unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche an Freiräumen in Einklang zu bringen. Stadtklimatische Faktoren, (informelle) Sportnutzung, Gendergerechtigkeit, Naturerfahrungsräume, siedlungsnahe Landwirtschaft oder allgemeine Flächenverfügbarkeit werden dabei eine wichtige Rolle spielen.

Der Vorschlag eines „urbanen Waldgartens“ kann bei der Entwicklung der Masterplanung geprüft werden.

Wir bedanken uns nochmals sehr herzlich für Ihren Diskussionsbeitrag zum STEP2040.

Hinweis: Die Rückmeldung wurde am 14. Juli 2022 um 10.00 Uhr eingestellt.

Hinweis: 

Hinweis der Moderation

Liebe Teilnehmende des Online-Dialogs,

die Ideengeber*innen der 15 Beiträge, die am meisten Zustimmung erhalten haben, lädt Stadtbaurätin Elisabeth Merk am 23. Mai ein, gemeinsam über ihre Ideen zu diskutieren.

Um den*die ursprüngliche*n Beitragsersteller*in zu dem Vorschlag kontaktieren zu können, bitte wir diese*n, sich auf der Plattform zu registrieren (https://www.muenchen-mitdenken.de/user/register) und sich anschließend per E-Mail an step2040@muenchen-mitdenken.de zu wenden. Wir ordnen den Vorschlag dann entsprechend zu.

Wir danken für die Aufmerksamkeit für die eingebrachten Vorschlägen und freuen uns auf die weitere inhaltliche Diskussion.

Viele Grüße,
Ihr Moderationsteam

Hinweis: Dieser Hinweis der Moderation wurde am 14. April 2022 um 12:25 Uhr eingestellt und zur besseren Sichtbarkeit im Ursprungsbeitrag platziert.

Kommentare

Es ist höchste Zeit, dass das Initiiert wird.
Will man den ganz München zu einer Betonwüste machen?
Man muss sich mal andere Städte in Deutschland anschauen und dann sieht man wie dicht wir in München aufeinander wohnen.
Will man die letzten Grünflächen auch noch zubetonieren. Naja die Leute wie Gauweiler haben in München kandidiert und wohnhaft waren diese dann in Starnberg, ist ja auch viel schöner. Und der Schörghuber-Gruppe geht es ja doch nur um den Profit. Und ob München die schönste Stadt ist darüber lässt sich streiten. Müsste mal nach Hamburg fahren da ist die Grünfläche vom Friedhof fast grösser als unser Englische Garten.

Konstruktiver Vorschlag, der Familien und uns alle dazu animiert, dass Umweltschutz und Gesundheit bereits vor der Haustür beginnt und jeden zum Mitmachen motiviert. Ich finde, das sollte eine breite Unterstützung finden!

Klimafreundlich und Kinder sowie Erwachsene lernen die Natur besser kennen.

Vielen Dank für diese wertvolle Initiative!
In meiner Kindheit (ich bin Jhg. 1965) gab es in München noch sehr viele Brach- und Grünflächen, auf denen man sich als Kind austoben konnte und auch die Natur respektieren und schätzen lernte. Würden Kinder heutzutage mehr Grün und mehr Freiraum haben, würden sie lernen, mit der Natur liebevoll und mit Respekt umzugehen. Diese Kinder würden später z.B. an der Isar nach dem Feiern ihren Wohlstandsmüll nicht achtlos liegenlassen, sondern ihn ganz selbstverständlich aufräumen.
München ist mittlerweile - im Vergleich zu anderen Großstädten - sehr dicht bebaut und versiegelt. Der Mensch ist Teil des Öko-Systems und nicht nur dessen Konsument. Daher: so viel Natur in der Stadt wie möglich, gerne auch ungepflegt und "unfrisiert".

Vielen Dank, Herr Buchsteiner, für den sehr konstruktiven und Richtung weisenden Kommentar, der Bürgerinitiative Ü60 für ihr inzwischen jahrzehntelanges Engagement für die Ausweisung des Landschaftsschutzparks. Nun ist zu hoffen, dass die Stadtverwaltung und alle an der Planung Beteiligten zu einem guten Ergebnis kommen und die Visionen und Vorschläge der Bürgerinnen in ihre Entscheidungen einbeziehen.
Ein urbaner Waldgarten mit den Eigenschaften einer Permakultur würde die Aspekte des Klima-, Gesundheits- und Artenschutzes mit der Naherholung der Münchner Bürgerinnen wirksam verbinden. Eine wechselwirkende Pflanzengemeinschaft trägt im lokalen Rahmen zu einer nicht geringen CO2-Speicherung bei.
Dr. Anton Vogel, München-Solln

Die Idee eines Waldgartens ist noch neu und nicht oft angewandt, aber eine durchaus itelligente Art, Boden besser und mehrfach zu nutzen: die dichtere Bebauung durch Bäume, Sträucher, Kräuter und Gemüse gleichzeitig, sozusagen Pflanzen auf verschiedenen Ebenen, sind hervorragend geeignet, unsere Natur zu bewahren. Es gibt Gemüse, Kräuter und Pilze, die sich selbst aussäen und vermehren, viele Pflanzen werden so in ihrer Vielfalt gefördert und uns wieder geschenkt - es sei nur an solche Kostbarkeiten wie Waldmeister oder Hopfen genannt und die Pflanzenwelt gibt uns Menschen ein Beispiel von gutem und sinnvollem Zusammenwirken, das wir bei Flora, Fauna und Menschen brauchen und stärken sollen.

Mein Vater, als Kind der Nachkriegsjahre, hatte immer einen Garten ums Haus und hat mir die Liebe zur Natur mit Blumen und Baumen, Gemüse und Erdbeeren migegeben. Ich pflanze Tomaten auf der Terrasse und kultiviere Bliumen in meiner Wohnung. Viele Kinder heute wachsen ohne solche Impulse aus - ein Waldgarten, bei dem die Natur uns zeigt, wie vielfältig und verschwenderisch sie ist, ist ein wichtiges Erlebnis für Kinder und Erwachsene. Ein Waldgarten mit Pflanzen in mehreren Ebenen - vom Pilz bis zum großen Baum - ist noch besser als ein Schrebergarten mit Beeten und Wegen - alles förderungswürdig - ein Waldgarten führt uns zurück zur Natur, von der wir immer wieder lernen können, unser Leben gesund und nachhlatig zu gestalten.